Bei internationalen Ermittlungen gegen organisierte Gewaltkriminalität sind im August und September 2026 fünf Tatverdächtige in Spanien, Marokko und Frankreich festgenommen worden. Sie sollen Gewalttaten in Auftrag gegeben, Täter rekrutiert oder Anschläge koordiniert haben. Mehrere von ihnen standen auf der Liste «EU Most Wanted».
Zuletzt nahmen französische Behörden am 29. September 2026 in Paris einen Mann Mitte 20 fest. Die Aktion erfolgte in Zusammenarbeit mit der schwedischen Polizei und Europol. Der Mann steht im Verdacht, Vorbereitungen für einen Mord angestiftet zu haben. Europol führt ihn aufgrund seiner mutmasslichen Rolle bei der Rekrutierung von Tätern als hochrangiges Ziel der Ermittlungen.
Bereits am 1. August war im spanischen Sitges ein 21-jähriger Schwede festgenommen worden. Ihm wird eine Beteiligung an rund 20 schweren Gewaltdelikten, darunter Morde und Mordversuche gegen rivalisierende kriminelle Gruppen, vorgeworfen. Nach Angaben der Ermittler soll er junge Täter für Tötungsdelikte ausgebildet und ihnen den Umgang mit von ihm bereitgestellten Schusswaffen und Sprengstoff beigebracht haben.
Weitere Festnahmen in Marokko
Am 12. September nahmen marokkanische Behörden in Tanger einen 28-jährigen Dänen fest. Er wurde wegen des Verdachts gesucht, Morde und Entführungen in Auftrag gegeben zu haben.
Ebenfalls in Tanger wurde im September ein 21-jähriger Schwede festgenommen, dem eine führende Rolle im kriminellen Netzwerk «Foxtrot» zugeschrieben wird. Er soll Gewalttaten in Schweden und Norwegen veranlasst haben.
Am 25. September folgte in Agadir die Festnahme eines 31-jährigen Schweden. Er wird wegen zweier mutmasslicher Fälle der Vorbereitung von Mord gesucht. Die schwedische Polizei betrachtet ihn als zentrale Figur bei der Steuerung von Gewalttaten und im Drogenhandel des Netzwerks.
Jugendliche über soziale Medien rekrutiert
Nach Erkenntnissen von Europol bestehen hinter solchen Gewalttaten häufig mehrstufige Strukturen. Auftraggeber finanzieren die Taten, Rekrutierer suchen geeignete Täter und weitere Beteiligte organisieren Waffen, Transport oder Bezahlung.
Dabei werden auch Jugendliche und Minderjährige über soziale Medien und Messenger-Dienste angeworben. Ihnen werden unter anderem Geld, Status oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe versprochen.
Mit der Taskforce GRIMM wollen die beteiligten Behörden insbesondere diejenigen identifizieren, die Gewalttaten aus dem Hintergrund organisieren und über Ländergrenzen hinweg in Auftrag geben.
Quelle der Polizeinachricht: Europol