Illegale Strassenrennen, massive Geschwindigkeitsüberschreitungen und gefährliche Fahrmanöver können schwerwiegende Folgen haben. Die Kantonspolizei Genf warnt vor den Gefahren der Raserei.
Wenige Sekunden Unachtsamkeit oder eine bewusste Missachtung der Verkehrsregeln können das Leben von Verkehrsteilnehmenden dauerhaft verändern. Die Kantonspolizei Genf greift regelmässig ein, wenn Lenkerinnen und Lenker sich selbst oder andere gefährden.
Dass solche Situationen keine Seltenheit sind, zeigen mehrere Vorfälle aus den vergangenen Monaten.
Im August 2026 wurden zwei Motorradfahrer angehalten, die sich auf der Genfer Umfahrungsautobahn ein Rennen geliefert haben sollen. Ihre Motorräder wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.
Bereits im Mai war ein Motorradfahrer auf der Avenue de l'Ain mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 58 km/h kontrolliert worden. Sein Führerausweis wurde sofort eingezogen. Anschliessend wurde er polizeilich befragt und der Staatsanwaltschaft zugeführt.
Warum überhöhte Geschwindigkeit so gefährlich ist
Je höher die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs, desto länger wird der Anhalteweg. Gleichzeitig bleibt weniger Zeit, um auf unerwartete Hindernisse oder andere Verkehrsteilnehmende zu reagieren. Bei einer Kollision steigt zudem die Aufprallenergie erheblich. Damit wächst auch das Risiko schwerer oder tödlicher Verletzungen. Nicht nur die zu schnell fahrenden Personen sind gefährdet. Auch Fussgänger, Velofahrende, Motorradfahrende und andere Verkehrsteilnehmende können die Folgen tragen.
Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz: Welche Strafen drohen?
Die Strafen hängen davon ab, wie stark die erlaubte Geschwindigkeit überschritten wurde und unter welchen Umständen der Verstoss geschah. Bei geringfügigen Überschreitungen können feste Ordnungsbussen verhängt werden. Schwerere Verstösse werden den zuständigen Behörden angezeigt und können eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe nach sich ziehen.
Zusätzlich drohen eine Verwarnung oder ein Führerausweisentzug. Bei besonders gefährlichem Fahrverhalten kann die Polizei den Führerausweis bereits vor Ort abnehmen. Eine Geldstrafe wird in Tagessätzen ausgesprochen. Dabei richtet sich die Anzahl der Tagessätze insbesondere nach dem Verschulden, während ihre Höhe von den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der verurteilten Person abhängt.
Wann liegt ein Raserdelikt vor?
Das Schweizer Strassenverkehrsgesetz sieht besonders strenge Sanktionen für schwerwiegende Verkehrsregelverletzungen vor, bei denen ein hohes Risiko für einen Unfall mit Schwerverletzten oder Todesopfern entsteht.
Als Raserdelikt können unter anderem massive Geschwindigkeitsüberschreitungen, besonders waghalsige Überholmanöver oder die Teilnahme an verbotenen Strassenrennen gelten.
Für ein Raserdelikt droht grundsätzlich eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren. Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen sind mildere Sanktionen möglich. In der Regel wird der Führerausweis für mindestens zwei Jahre entzogen, wobei gesetzliche Ausnahmen bestehen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch das Fahrzeug eingezogen werden.
Tödliches Autorennen in Genf – Sieben Jahre Gefängnis
Wie schwer die Folgen illegaler Strassenrennen sein können, zeigt ein Fall aus Genf. Am 9. Oktober 2026 verurteilte das Genfer Strafgericht zwei Autofahrer erstinstanzlich zu jeweils sieben Jahren Freiheitsstrafe. Sie waren an einem illegalen Strassenrennen beteiligt gewesen, bei dem im Juli 2023 eine 31-jährige Velofahrerin auf der Route de Lausanne ums Leben kam.
Das Gericht sprach die beiden Männer unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung mit Eventualvorsatz und versuchter vorsätzlicher Tötung mit Eventualvorsatz schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl vonseiten der Verteidigung als auch der Staatsanwaltschaft wurden Berufungen eingelegt. Der Fall verdeutlicht, dass illegale Rennen nicht nur verkehrsrechtliche Konsequenzen haben können, sondern bei schweren Unfällen auch zu langjährigen Freiheitsstrafen führen können.
So lassen sich gefährliche Situationen vermeiden
Die Kantonspolizei Genf erinnert daran, dass Tempolimiten immer Höchstgrenzen darstellen. Die Geschwindigkeit muss zusätzlich an die Verkehrsverhältnisse, das Wetter und die Sicht angepasst werden.
Besonders wichtig sind folgende Verhaltensregeln:
- Sich niemals zu einem Strassenrennen oder riskanten Fahrmanöver provozieren lassen.
- Genügend Sicherheitsabstand einhalten, um rechtzeitig reagieren zu können.
- In Bereichen mit Fussgängern und Velofahrenden besonders vorsichtig fahren.
- Auf dem Motorrad vorausschauend fahren und geeignete Schutzausrüstung tragen.
- Als Fussgänger oder Velofahrer auf gute Sichtbarkeit achten.
- Gefährliches Fahrverhalten der Polizei unter der Notrufnummer 117 melden.
Die Kantonspolizei Genf kontrolliert Tag und Nacht
Die Kantonspolizei Genf führt auf dem gesamten kantonalen Strassennetz regelmässig Geschwindigkeitskontrollen durch – sowohl tagsüber als auch nachts.
Wer andere Verkehrsteilnehmende gefährdet, muss damit rechnen, angehalten zu werden. Je nach Schwere des Vorfalls können der Führerausweis sofort abgenommen und das Fahrzeug beschlagnahmt werden. Anschliessend werden die festgestellten Verstösse den zuständigen Behörden gemeldet.
Wer ein laufendes Strassenrennen oder eine andere gefährliche Verkehrssituation beobachtet, sollte die Polizei unter 117 verständigen. Hilfreich sind Angaben zum Ort, zur Fahrtrichtung und zu den beteiligten Fahrzeugen.
Die Strasse ist keine Rennstrecke. Wer sich an die Verkehrsregeln hält und seine Geschwindigkeit anpasst, schützt sich und andere.
Quelle der Polizeinachricht: Kapo GE