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Kanton Waadt – Über 100 Festnahmen nach Telefonbetrug

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Die Nahaufnahme zeigt eine Person mit Handschellen an den Handgelenken. Eine andere Hand hält die geketteten Hände fest.
(Symbolbild) (Bildquelle: Polizei )

Seit Jahresbeginn haben falsche Polizisten und Bankmitarbeiter im Kanton Waadt einen Schaden von rund sieben Millionen Franken verursacht. Die Polizei registrierte nahezu 2'300 Betrugsfälle und nahm mehr als 100 Verdächtige fest. Allein seit Anfang Oktober kam es zu 16 Festnahmen.

Wie die Waadtländer Behörden am Donnerstag, 15. Oktober 2026, mitteilten, bleibt insbesondere Lausanne stark von dieser Betrugsmasche betroffen. Die Täter nehmen vor allem ältere Menschen ins Visier und geben sich am Telefon als Polizisten oder Bankangestellte aus.
Seit dem 1. Januar 2026 wurden kantonsweit rund 2'300 Fälle registriert. In etwa 900 Fällen waren die Betrüger erfolgreich. Der entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf ungefähr sieben Millionen Franken.

Mehr als 100 Verdächtige festgenommen

Nach Angaben der Polizei stehen seit Jahresbeginn rund 270 Personen im Zusammenhang mit entsprechenden Betrugsfällen im Kanton Waadt.
Mehr als 100 mutmassliche Täter konnten auf Waadtländer Kantonsgebiet festgenommen werden. Gegen 19 von ihnen wurde Haft angeordnet. Rund ein Drittel der Festgenommenen hat seinen Wohnsitz in der Schweiz.
Allein seit Anfang Oktober nahmen die Kantonspolizei Waadt, die Stadtpolizei Lausanne und weitere Gemeindepolizeien 16 Personen fest.
Fünf Festnahmen erfolgten in Lausanne. Dabei handelt es sich um einen Minderjährigen und zwei Erwachsene mit Wohnsitz im Kanton Waadt sowie zwei Erwachsene, die in Frankreich wohnen.
Mehrere der festgenommenen Personen wurden inzwischen verurteilt, teilweise zu unbedingten Freiheitsstrafen.

Kriminelle Netzwerke organisieren Betrug

Die Ermittlungen zeigen, dass hinter den Betrugsfällen häufig organisierte kriminelle Netzwerke stehen. Über verschlüsselte Messenger-Dienste werden verschiedene Aufgaben verteilt.
Dazu gehören die telefonische Kontaktaufnahme mit den Opfern, das Abholen von Bargeld oder Wertgegenständen sowie die anschliessende Geldwäscherei.
Durch diese Vorgehensweise können die Hintermänner ihre Identität verschleiern und Betrugsversuche in grossem Umfang organisieren. Die Netzwerke sind nach Angaben der Behörden im gesamten französischsprachigen Teil Kontinentaleuropas aktiv.

Täter setzen Opfer gezielt unter Druck

Bei den Anrufen geben sich die Betrüger als Polizisten, Bankmitarbeiter oder Angestellte eines Finanzinstituts aus. Häufig behaupten sie, dass gegen die betroffene Person ermittelt werde, ein Betrugsversuch auf ihrem Bankkonto festgestellt worden sei oder Wertgegenstände dringend gesichert werden müssten.
Mit solchen Geschichten versuchen sie, ihre Opfer zur Herausgabe von Bargeld, Schmuck, Bankkarten oder vertraulichen Informationen zu bewegen.
Teilweise erscheinen Komplizen direkt an der Wohnadresse, um die Wertgegenstände abzuholen. Dabei setzen die Täter ihre Opfer gezielt unter Zeitdruck und versuchen zu verhindern, dass diese Angehörige um Rat fragen.

Polizei warnt vor falschen Polizisten und Bankmitarbeitern

Die Kantonspolizei Waadt erinnert daran, dass weder die Polizei noch Banken telefonisch oder über Kuriere die Herausgabe von Bargeld, Bankkarten, PIN-Codes oder Wertgegenständen verlangen.
Bei verdächtigen Anrufen sollte das Gespräch sofort beendet und die Bank ausschliesslich über ihre offizielle Telefonnummer kontaktiert werden.
Besonders wichtig sei es, ältere Angehörige regelmässig über diese Betrugsmaschen zu informieren. Auch erfolglose Betrugsversuche sollten der Polizei gemeldet werden, da solche Hinweise bei den Ermittlungen helfen können.
Bei Verdacht oder verdächtigen Beobachtungen soll umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 117 verständigt werden.
Quelle der Polizeinachricht: Kapo VD

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