Im Kanton Neuenburg wurden seit Anfang 2026 insgesamt 160 Betrugsfälle durch falsche Polizisten und Bankmitarbeiter registriert. Der Schaden beläuft sich auf rund 950'000 Franken. Vom 2. bis 7. November führt die Polizei eine Präventionskampagne durch.
Trotz zahlreicher vereitelter und der Polizei gemeldeter Betrugsversuche sind die Täter im Kanton Neuenburg weiterhin aktiv und fordern immer wieder neue Opfer.
Seit September 2026 wurden 45 Fälle registriert und 17 mutmassliche Geldabholer im Kanton festgenommen. Im gesamten bisherigen Jahresverlauf wurden 160 bestätigte Fälle mit einem geschätzten Schaden von rund 950'000 Franken verzeichnet.
Die Betrüger haben es insbesondere auf ältere oder alleinstehende Menschen abgesehen. Sie geben sich als Polizisten oder Bankmitarbeiter aus, um das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen und sie zur Herausgabe von Wertgegenständen, Bargeld, Bankkarten oder vertraulichen Codes zu bewegen.
Auch die Vorgehensweisen entwickeln sich weiter. Während die erste Kontaktaufnahme früher hauptsächlich telefonisch über das Festnetz erfolgte, nutzen die Betrüger inzwischen auch SMS und E-Mails.
Anschliessend bieten sie an, eine Person zur Wohnadresse der Opfer zu schicken, um Bankkarten, Bargeld oder Schmuck angeblich in Sicherheit zu bringen. Diese Betrugsmasche kann somit Menschen aller Altersgruppen betreffen.
Die regelmässigen Festnahmen in solchen Fällen zeigen, wie wichtig die Wachsamkeit und das schnelle Handeln der Bevölkerung sind. Werden verdächtige Kontaktaufnahmen umgehend gemeldet, können Polizeipatrouillen rasch eingreifen und in manchen Fällen die Beteiligten festnehmen, bevor diese ihr Vorhaben umsetzen können. Dadurch lassen sich weitere Betrugsfälle verhindern.
Präventionskampagne: Die Polizei kommt zur Bevölkerung
Vom Montag, 2. November, bis Samstag, 7. November 2026, werden Polizisten sowie Ermittlerinnen und Ermittler der Neuenburger Kriminalpolizei in verschiedenen Geschäften und Einkaufszentren des Kantons anzutreffen sein. Sie stehen der Bevölkerung für Gespräche zur Verfügung und geben Tipps zur Betrugsprävention.
Die Polizeiteams sind jeweils von 8 bis 12 Uhr an folgenden Standorten präsent:
- Montag, 2. November, und Dienstag, 3. November – Neuenburger Berge: Migros Le Locle, Coop Eplatures, Migros Eplatures Centre und Coop des Entilles.
- Mittwoch, 4. November, und Donnerstag, 5. November – Val-de-Ruz und Val-de-Travers: Migros Cernier, Coop Fontainemelon, Coop Supermarché Couvet und Migros Fleurier.
- Freitag, 6. November, und Samstag, 7. November – Neuenburger Seeland: Marin-Centre, Centre de la Maladière in Neuchâtel und Littoral Centre in Cortaillod.
Die Bevölkerung ist eingeladen, mit den Polizeiteams ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und sich darüber zu informieren, wie sich solche Betrugsversuche erkennen und verhindern lassen.
Tipps der Polizei zum Schutz vor Betrügern
- Geben Sie niemals vertrauliche Codes weiter. Weder die Polizei noch Banken werden Sie telefonisch nach Ihren PIN-Codes fragen.
- Übergeben Sie niemals Bankkarten, Bargeld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen, auch wenn diese behaupten, im Auftrag der Polizei oder einer Bank zu handeln.
- Beenden Sie bei Zweifeln das Gespräch. Kontaktieren Sie die Polizei unter der Notrufnummer 117 oder Ihre Bank über eine offizielle Telefonnummer.
- Informieren Sie Ihre Angehörigen, insbesondere ältere Menschen, über diese Betrugsmaschen.
- Melden Sie verdächtige Kontaktaufnahmen unverzüglich der Polizei unter 117.
