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Sex-Erpressung ist uncool - Schütze dich so!

 Lass dich nicht sex-erpressen!
Lass dich nicht sex-erpressen! (Bildquelle: SKP)

Dieser Moment, wenn Sie realisieren müssen, dass Sie auf die fieseste und gemeinste Weise hereingelegt wurden, ist so unglaublich schmerzhaft!

Sie haben ja gedacht, diese attraktive junge Frau aus dem Flirt-Chat steht wirklich auf Sie, deshalb haben Sie sie selbstverständlich sofort zu Ihren diversen Social-Media-Freundesgruppen hinzugefügt, und Sie sind gerne mit ihr auf einen Videochat gewechselt, als sie das vorgeschlagen hat.

Da hat sie dann gleich angefangen, sich auszuziehen und an sich rumzuspielen. «Heute läuft’s aber super!», haben Sie noch gedacht. Dann sind Ihnen ein paar Sicherungen – eben: Sicherungen! – durchgebrannt, und Sie haben sich ebenfalls ausgezogen und voll mitgemacht. Sex im Netz kann so schön sein: Man ist gemütlich zu Hause, es gibt keine Ansteckungsgefahr, der Kühlschrank ist in Reichweite, und wenn man fertig ist, kann man seinen Computer einfach ausstellen und ins Bett gehen, alleine, ohne böses Erwachen am nächsten Morgen!

Doch diesmal ist es anders: Die junge Frau hat Ihre «Performance» heimlich aufgezeichnet und droht jetzt damit, den Link mit dem Filmchen an Ihre Kontakte zu verschicken, wenn Sie ihr nicht sofort Geld überweisen. Das ist so abgrundtief peinlich, man will im Boden versinken! Was kann man denn jetzt bloss machen?

Zuerst: Keep calm, bleiben Sie ruhig! Panik ist ein schlechter Ratgeber. Sie haben die Wahl: Wollen Sie jetzt auch noch Geld verlieren oder nicht? Machen Sie sich klar: Die Frau meint es nicht persönlich, sie will nur das Geld, vielleicht ist sie auch Mitglied einer Erpresserbande.

Sie könnten also zunächst Ihre wichtigsten Kontakte vorwarnen, und plötzlich wissen Sie auch wieder, wer von den tausend Social-Media-Friends Ihre echten Freunde und Freundinnen sind. Die können das mit Humor nehmen, denn sie wissen, dass man heute überall in solche Internet-Fallen tappen kann. Die anderen Kontakte sollten Ihnen egal sein.

Also: Don’t pay, zahlen Sie nicht! Denn selbst wenn Sie zahlen, könnten Sie damit eine Veröffentlichung nicht wirksam verhindern, und auch wenn Sie nicht zahlen, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Erpresserin ihre Drohung wahrmacht und das Filmchen wirklich weiterleitet.

Und jetzt, wenn Sie sich ein bisschen beruhigt haben, kann Ihnen klarwerden: Nicht Sie haben etwas Kriminelles gemacht, sondern die Erpresser/innen! Erpressung ist ein Offizialdelikt, die Polizei wird sofort ermitteln, sofern Ermittlungsansätze vorhanden sind.

Also bitte überwinden Sie sich und informieren Sie die Polizei! Sie sind absolut nicht der erste, dem sowas passiert ist. Die Masche ist längst bekannt, und je mehr Geschädigte sich überwinden und die Polizei informieren, desto bessere Chancen hat sie, die Erpresser/innen ausfindig zu machen.

Und schliesslich kommen hier zur Erinnerung die wichtigsten Sicherungen, die beim nächsten Mal nicht durchbrennen sollten:

  1. Sich im Videochat nackt zu zeigen und auch Sex zu haben, ist nicht verboten, aber riskant: Wenn Sie sich nackt vor einer (Internet-) Kamera einer unbekannten Person zeigen, haben Sie über diese Bilder keine Kontrolle mehr: Die finden ihren Weg, mal auf Pornoseiten und mal in die Mailbox Ihrer Mutter... Deshalb – wenn Sie es trotzdem nicht lassen können – achten Sie darauf, dass Ihr Gesicht, Ihre Merkmale (z.B. Tattoos) und Ihr Wohnzimmer nicht zu erkennen sind.
  2. Überlegen Sie gut, welche Freundschaftsanfragen Sie annehmen. Sie sollten sämtliche Personen auch aus dem richtigen Leben kennen und ihnen vertrauen.
  3. Es gibt auch noch die weitaus häufigere Variante Fake-Sextortion. Das heisst, Sie wurden weder im Videochat hereingelegt, noch mit einer gehackten Kamera beim Masturbieren gefilmt, aber die Erpresser/innen spekulieren darauf, dass Ihnen das passiert sein könnte. Deshalb untermauern sie ihre Forderung nicht mit kompromittierenden Bildern von Ihnen, sondern mit persönlichen Daten, die sie irgendwie andernorts herausgefunden haben. Natürlich sollten Sie auch hier nicht zahlen, sondern einmal mehr Ihre Sicherheitslücken überprüfen und schliessen.