Tausende Pferde illegal gehandelt – Spur führt zu Schlachthöfen
Redaktion Polizeiticker Schweiz
Tausende Pferde sollen europaweit mit gefälschten Pässen und manipulierten Mikrochips gehandelt worden sein. Bei einer Grossaktion am 8. und 9. September 2026 kontrollierten die Behörden mehr als 1'000 Tiere. Einige könnten illegal in die Lebensmittelkette gelangt sein.
Ein kriminelles Netzwerk soll Tausende Pferde quer durch Europa gehandelt und dabei deren wahre Identität verschleiert haben. Mit gefälschten Pferdepässen und manipulierten Mikrochips sollen Herkunft und Vorgeschichte der Tiere verändert worden sein. Nach Angaben von Europol besteht der Verdacht, dass dadurch auch Pferde illegal in die Lebensmittelkette gelangt sein könnten.
Bei einer grossangelegten, von Belgien geleiteten Aktion am 8. und 9. September 2026 waren knapp 200 Einsatzkräfte und Behördenvertreter in Belgien, Frankreich, Irland und den Niederlanden im Einsatz. Insgesamt fanden 24 Durchsuchungen statt, mehr als 1'000 Pferde wurden kontrolliert.
Pferde erhielten praktisch eine neue Identität
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein mutmasslich umfangreicher Handel mit Pferden, deren Identitäten gezielt manipuliert worden sein sollen. Die Verdächtigen sollen gefälschte Pferdepässe verwendet und Mikrochips verändert oder ausgetauscht haben.
Auf diese Weise liessen sich wichtige Informationen über die Tiere verschleiern – etwa ihre Herkunft, ihre medizinische Vorgeschichte oder die Frage, ob sie für den menschlichen Verzehr zugelassen waren.
Die Ermittler prüfen insbesondere, ob Pferde, die ausdrücklich nicht für die Lebensmittelproduktion bestimmt waren, unter falscher Identität geschlachtet und anschliessend in die Lebensmittelkette eingeschleust wurden. Andere Tiere könnten mit manipulierten Angaben weiterverkauft worden sein.
Mehr als 1'000 Pferde kontrolliert
Bei den Durchsuchungen in den vier beteiligten Ländern stellten die Behörden umfangreiches Beweismaterial sicher. Dieses wird nun ausgewertet. Gleichzeitig soll geklärt werden, wie viele Tiere tatsächlich betroffen sind, wo sie sich befinden und welche weiteren Personen an dem mutmasslichen Netzwerk beteiligt waren.
Europol unterstützte die nationalen Behörden beim internationalen Informationsaustausch, bei der Koordination der Ermittlungen und mit analytischen Auswertungen. Aufgrund des möglichen Bezugs zur Lebensmittelkette flossen zudem Erkenntnisse aus der Europol-Operation OPSON ein, die sich gegen Lebensmittelbetrug und den Handel mit gefälschten oder minderwertigen Lebensmitteln und Getränken richtet.
Die Ermittlungen dauern an.
Quelle der Polizeinachricht: Europol
