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Ungelöst – Der Mordfall, der die Schweiz spaltete

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Ein Dorf liegt eingebettet in eine hügelige Landschaft, umgeben von dichten Wäldern und weiten Feldern, unter einem bedeckten Himmel.

Das beschauliche Dorf Kehrsatz bei Bern wurde 1985 Schauplatz eines bis heute ungelösten Justizkrimis (Bildquelle: Von Gidoca - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)

Im Sommer 1985 wird die 24-jährige Christine Z. tot in der Tiefkühltruhe ihres Hauses in Kehrsatz BE entdeckt. Ihr Ehemann wird wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, Jahre später jedoch freigesprochen. Bis heute ist ungeklärt, wer die junge Frau tatsächlich getötet hat.

Für unsere Serie „Ungelöst“ reisen wir heute zurück ins Jahr 1985. Zu einem Verbrechen, das bis heute als einer der grössten Justizkrimis der Schweizer Geschichte gilt. Im Sommer 1985 wird die 24-jährige Christine Z. tot in der Tiefkühltruhe ihres Hauses in Kehrsatz bei Bern gefunden. Ihr Ehemann wird wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und Jahre später wieder freigesprochen. Doch die zentrale Frage bleibt bis heute unbeantwortet: Wer tötete Christine Z.?

Eine grausame Entdeckung

Christine Z. lebte gemeinsam mit ihrem Ehemann Bruno in einem Einfamilienhaus in Kehrsatz im Kanton Bern. Die Ehe wirkte jedoch längst nicht mehr harmonisch. Bruno Z. führte wohl eine Beziehung zu einer anderen Frau.
Am 1. August 1985 macht Christines Mutter eine schockierende Entdeckung: In der Tiefkühltruhe des Hauses findet sie die Leiche ihrer Tochter. Die junge Frau war zuvor mehrere Tage lang vermisst worden.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Christine bereits in der Nacht vom 26. auf den 27. Juli getötet wurde. Laut den damaligen Untersuchungen wurde sie mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen, anschliessend gefesselt und in der Tiefkühltruhe abgelegt. Die mutmassliche Tatwaffe wurde jedoch nie gefunden.

Der Ehemann gerät ins Visier

Schon früh konzentrieren sich die Ermittlungen auf den Ehemann. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Bruno Z. habe seine Frau getötet, um mit seiner Geliebten zusammenleben zu können und finanzielle Nachteile einer Scheidung zu vermeiden.
Mehrere Indizien scheinen gegen ihn zu sprechen. Blutspuren werden im Haus entdeckt, zudem soll er kurz nach der mutmasslichen Tat den Keller gereinigt haben. Hinzu kommt, dass er Begünstigter einer Lebensversicherung seiner Frau war.
Bruno Z. bestreitet die Tat jedoch von Beginn an vehement. Nach seiner Darstellung habe seine Frau das Haus am Morgen des 27. Juli lebend verlassen. Ein Zeuge soll sie später sogar noch auf ihrem Mofa gesehen haben.

Lebenslange Haft

Im Dezember 1987 wird Bruno Z. wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
Doch schon kurz nach dem Urteil regt sich Widerstand. Mehrere Geschworene äussern Zweifel am Verfahren. Journalisten beginnen, den Fall genauer zu untersuchen und werfen den Ermittlern vor, sich zu früh auf den Ehemann als Täter festgelegt zu haben.
Besonders umstritten sind die rechtsmedizinischen Gutachten. Kritiker bemängeln unter anderem die Bestimmung des Todeszeitpunkts und sehen erhebliche Schwächen bei den damaligen Ermittlungen.

Der spektakuläre Freispruch

Die öffentliche Debatte wächst über Jahre hinweg. Schliesslich wird das Urteil aufgehoben und ein neuer Prozess angeordnet.
1993 steht Bruno Z. erneut vor Gericht. Diesmal werden deutlich mehr Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten erneut geprüft. Doch auch nach wochenlanger Verhandlung bleiben viele Fragen unbeantwortet.
Am Ende sprechen die Geschworenen Bruno Z. frei. Zwar sehen sie weiterhin erhebliche Verdachtsmomente gegen ihn, doch für eine Verurteilung reichen die Beweise nicht aus.
Der Vorsitzende Richter bringt das Dilemma mit einem Satz auf den Punkt: „Der Staat muss die Schuld des Angeklagten beweisen, nicht der Angeklagte seine Unschuld.“

Bis heute ungeklärt

Mit dem Freispruch war der Fall juristisch beendet, kriminalistisch jedoch nicht. Bis heute konnte kein Täter ermittelt werden.
War Bruno Z. Opfer eines Justizirrtums? Oder entkam ein Mörder wegen fehlender Beweise einer Verurteilung?
Auch vier Jahrzehnte nach der Tat gehen die Meinungen darüber weit auseinander.

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