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Westschweizer Polizei geht gegen Betrügernetzwerke vor

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Ein Hand hält ein Smartphone mit einer Illustration eines maskierten Betrügers. Im Hintergrund ein blaues Plakat der Kantonspolizei mit einer Warnung vor Betrug.
Die Polizeien der Westschweiz und fedpol gehen gemeinsam gegen Betrüger vor. (Bildquelle: Kantonspolizei Fribourg)

Die Westschweizer Polizeien und fedpol verstärken den Kampf gegen Betrugsfälle mit falschen Polizisten. Seit 2022 wurden über 5'000 Fälle registriert und mehr als 18 Millionen Franken erbeutet.

Der Modus operandi ist eingespielt: Ein Drahtzieher ruft ältere Menschen in der Westschweiz an und gibt sich dabei als Polizist oder Bankangestellter aus. Unter dem Vorwand betrügerischer Aktivitäten auf dem Bankkonto und unter dem angeblichen Ziel, dem Opfer zu helfen, schickt der Drahtzieher einen Komplizen zum Wohnort der älteren Person.
Unter dem Vorwand, Kontrollen durchführen zu müssen, verlangt der Komplize die Bankkarte, Bargeld oder Schmuck, nimmt diese an sich und verschwindet anschliessend. Der Betrug beruht zum grossen Teil auf dem psychologischen Druck, der auf die Oper ausgeübt wird, die in eine Situation der Dringlichkeit und Angst versetzt werden, um jegliches Nachdenken oder Überprüfen zu verhindern.
Trotz zahlreicher Anhaltungen und regelmässiger Präventionskampagnen registrierten die Westschweizer Polizeien 5'000 Strafanzeigen dieser Art seit 2022. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehr als 18 Millionen Schweizer Franken.
Eine verstärkte Koordination der Westschweizer Polizeien
Die bisherigen Ermittlungen deuten darauf hin, dass diese Betrugsfälle auf organisierte kriminelle Gruppen zurückzuführen sind, die hauptsächlich von Frankreich aus agieren. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, hat die «Conférence latine des chefs de police judiciaire» im vergangenen Februar in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Polizei (fedpol) eine gemeinsame Aktion gestartet. Damit werden drei Ziele verfolgt: Die Ermittlungen gegen die Drahtzieher zu bündeln, die Komplizen, die auf Schweizer Boden agieren, zu behindern und abzuschrecken sowie die Prävention zu verstärken.

Die Illusion des leicht verdienten Geldes: Die zynische Realität der «Kuriere»

Um die Beute in der Schweiz abzuholen, rekrutieren die kriminellen Netzwerke «Kuriere». Dabei handelt es sich mehrheitlich um junge Erwachsene, Männer oder Frauen, die hauptsächlich aus Frankreich, aber auch aus der Westschweiz stammen. Sie werden in den sozialen Netzwerken mit dem Versprechen auf schnelles und leicht verdientes Geld rekrutiert. Doch hinter den verlockenden Äusserungen der Drahtzieher verbirgt sich jedoch eine weitaus zynischere Realität:
  • Sie sind einfache, austauschbare Ausführende, die weit weniger verdienen als versprochen.
  • Sie müssen ihre eigenen persönlichen Angaben an die Drahtzieher herausgeben.
  • Sie können Drohungen oder Gewalt ausgesetzt sein oder von ihren eigenen Drahtziehern angezeigt werden, wenn die Ergebnisse als unzureichend erachtet werden.
Die Westschweizer Polizeien weisen darauf hin, dass diese Kuriere in erster Linie strafrechtlich haftbar sind, wenn sie besonders verwerfliche Straftaten gegen hilflose Opfer begehen. Sie setzen sich damit rechtlichen Konsequenzen aus, darunter Untersuchungshaft und ein Eintrag ins Strafregister.
Die Aufklärungsquote ist zudem hoch. Die Polizei ruft diese jungen Erwachsenen dazu auf, wachsam zu bleiben, nicht auf diese irreführenden Anzeigen hereinzufallen und sich nicht der Illusion des angeblich leicht verdienten Geldes täuschen zu lassen.
Darüber hinaus sind folgende Präventionshinweise nach wie vor von grosser Wichtigkeit und sollten so weit wie möglich verbreitet werden:
  • Legen Sie sofort auf, wenn ein Anrufer Sie am Telefon unter Druck setzt.
  • Übergeben Sie niemals Bargeld, Bankkarten oder Schmuck an Fremde, auch wenn diese sich als Polizisten ausgeben.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.
  • Geben Sie niemals Ihre Passwörter oder Bankdaten an Drittpersonen weiter.
  • Sprechen Sie über dieses Phänomen mit Ihrem Umfeld und machen Sie ältere Mitmenschen darauf aufmerksam.
  • Im Zweifelsfall oder bei verdächtigen Anfragen rufen Sie die Nummer 117 an!
Quelle der Polizeinachricht: Kantonspolizei Freiburg

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