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Digitale Gewalt – Wenn Kontrolle und Überwachung zur Gefahr werden

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Eine Hand hält ein Smartphone, das von einem roten Faden umwickelt ist. Der Hintergrund ist neutral grau.
Symbolbild (Bildquelle: cottonbro studio by Pexels)

Heimliche Standortüberwachung, unerwünschte Nachrichten oder der Zugriff auf private Konten: Digitale Gewalt kann viele Formen annehmen. Der Kanton Graubünden macht im Rahmen der diesjährigen Aktionstage gegen häusliche Gewalt auf diese oft unterschätzten Gefahren aufmerksam.

Digitale Überwachung als Form häuslicher Gewalt

Smartphones, soziale Netzwerke und digitale Anwendungen gehören für viele Menschen zum Alltag. Doch die Technologien können auch dazu genutzt werden, andere Menschen zu kontrollieren, einzuschüchtern oder zu überwachen. Besonders innerhalb von Partnerschaften oder nach einer Trennung kann digitale Gewalt eine Fortsetzung bereits bestehender Gewaltverhältnisse sein. Betroffene sind dabei häufig auch ausserhalb ihrer Wohnung oder nach dem Ende einer Beziehung nicht vor Übergriffen geschützt.

GPS-Tracker, Nachrichten und gehackte Konten

Digitale Gewalt kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Dazu gehören beispielsweise:
  • Ständige Belästigung durch unerwünschte Nachrichten und Anrufe
  • Heimliche Standortüberwachung mittels GPS-Trackern oder Überwachungsapps
  • Unbefugter Zugriff auf E-Mail-, Bank- oder Social-Media-Konten
  • Drohungen und Einschüchterungen über digitale Kommunikationskanäle
  • Verbreitung intimer Bilder oder Videos ohne Zustimmung, auch wenn diese mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden
Eine besondere Gefahr liegt darin, dass die Überwachung und Belästigung rund um die Uhr stattfinden kann. Selbst eine räumliche Trennung bietet dann nicht zwangsläufig Schutz.

Aktionstage gegen häusliche Gewalt in Graubünden

Um auf diese Gefahren aufmerksam zu machen, widmet der Kanton Graubünden die diesjährigen Aktionstage gegen häusliche Gewalt dem Schwerpunkt «Digitale Gewalt».
Vom 25. November bis zum 10. Dezember 2026 finden im ganzen Kanton verschiedene Veranstaltungen statt. Geplant sind unter anderem Fachvorträge, Filmvorführungen, Informationsstände sowie Angebote für Jugendliche, Eltern und Fachpersonen.
Auch eine Kunstinstallation, orange beleuchtete Gebäude und ein Charity-Eishockeyspiel zugunsten des Frauenhauses Graubünden gehören zum Programm. Die Aktionstage sollen die unterschiedlichen Formen häuslicher Gewalt sichtbar machen, Betroffene stärken und bestehende Hilfsangebote bekannter machen.

Wo Betroffene Hilfe finden

Menschen, die von häuslicher oder digitaler Gewalt betroffen sind, können sich kostenlos und vertraulich beraten lassen. Auch Angehörige und Personen aus dem sozialen Umfeld können Unterstützung erhalten.

Wichtige Anlaufstellen:

  • Polizei: 117 bei akuter Gefahr
  • Sanitätsnotruf: 144
  • Opferhilfe Schweiz: 142, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar
  • Opferhilfe Graubünden: +41 81 257 31 50
  • Frauenhaus Graubünden: +41 81 252 38 02
  • Pro Juventute: 147 für Kinder und Jugendliche
Wer befürchtet, digital überwacht zu werden, sollte nach Möglichkeit über ein sicheres Gerät Hilfe suchen und Veränderungen an möglicherweise überwachten Konten oder Geräten nicht unüberlegt vornehmen. Weitere Informationen zu den Aktionstagen und Hilfsangeboten sind auf der Website des Kantons Graubünden verfügbar.
Quelle: Kanton Graubünden / Koordinationsstelle Häusliche Gewalt

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