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Glarus Süd – Neue Lawinenverbauungen sichern die Klausenstrasse

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Eine Struktur aus Metall ermöglicht den Schutz eines alpinen Hangs vor Lawinen. Im Hintergrund sind Nadelbäume und Wiesen zu sehen.
Oberhalb der Klausenstrasse wurden rund 460 Laufmeter neue Stahlschneebrücken erstellt. (Bildquelle: Adrian Ringenbach / Kanton Glarus)

Die Ausbauetappe 2024–2026 der Lawinenverbauung Rietstöckli ist abgeschlossen. Neue Stahlschneebrücken und ergänzende Schutzbauten schliessen eine Lücke oberhalb der Klausenstrasse. Sie verbessern den Schutz der im Winter einzigen Strassenverbindung zum Urnerboden.

Oberhalb der Klausenstrasse sind in den vergangenen drei Jahren rund 460 Laufmeter Stahlschneebrücken entstanden, verteilt auf 13 einzelne Werke. Sie schliessen insbesondere die bisherige Lücke zwischen den Verbauungsflächen Burstegg und Rietstöckli. Die Bauten sollen verhindern, dass sich dort grössere Schneebretter lösen und zu Tallawinen entwickeln.
Ergänzend wurden drei temporäre Holzschneerechen und 25 Dreibeinböcke zum Schutz der Aufforstung errichtet. Hinzu kommen 870 Laufmeter neue Begehungswege, die Kontrollen und Unterhaltsarbeiten erleichtern. Mehrere bestehende Schutzbauten wurden saniert.
Ein steiler Hang in den Alpen mit einer Lawinenverbauung im Vordergrund, umgeben von Wolken und einem Bergpanorama.
Die neuen Schutzbauten schliessen eine Lücke in der Lawinenverbauung am Rietstöckli. (Bildquelle: Adrian Ringenbach / Kanton Glarus)
Regierungsrat Thomas Tschudi, Vorsteher des Departements Bau und Umwelt, besichtigte die fertiggestellten Werke am 16. September anlässlich des Projektabschlusses:
Mit dem Abschluss dieser Etappe wird eine wichtige Lücke im bestehenden Schutzsystem der Klausenstrasse geschlossen. Die neuen Werke erhöhen die Sicherheit der Glarner Verkehrsinfrastruktur und damit auch die Erreichbarkeit des Urnerbodens. Regierungsrat Thomas Tschudi
Ein nebliger Hügel zeigt mehrere Reihen von Holzschneezäunen, umgeben von Bäumen und geringer Vegetation.
Insgesamt entstanden 13 neue Werke zum Schutz der Klausenstrasse vor Lawinen. (Bildquelle: Adrian Ringenbach / Kanton Glarus)

Lawinenereignis von 2019

Im Januar 2019 löste sich unmittelbar unterhalb der bestehenden Verbauung ein aussergewöhnlich grosses Schneebrett. Die Lawine zerstörte eine grössere Waldfläche und verschüttete die Klausenstrasse auf einer Breite von rund 120 Metern.
Die Abteilung Wald und Naturgefahren liess daraufhin eine Risikoanalyse erstellen. Darauf stützte sich die Planung der Erweiterung durch die Ammann Ingenieurbüro AG und die MFrei Infra GmbH. Die Marti AG aus Matt führte die Bauarbeiten termingerecht und unfallfrei aus. Zum Einsatz kam dabei auch Polier Samuel Rhyner, der seit 1990 an sämtlichen Ausbau- und Sanierungsetappen am Rietstöckli mitgearbeitet hat. Die Gesamtkosten einschliesslich Planung belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Franken.
Eine verschneite Berglandschaft mit mehreren Reihen von Verbauungen gegen Lawinen. Oben Schnee und vereinzelt Vegetation.
Anriss des Lawinenereignis Januar 2019, welches 120 Meter der Klausenstrasse verschüttete und ausschlaggebend war für die Erweiterungsetappe 2024–2026 (Bildquelle: zvg von Adrian Ringenbach für Kanton Glarus)

Lawinenschutz mit langer Geschichte

Die Klausenstrasse gehört zum Glarner Kantonsstrassennetz und verbindet im Sommer das Glarner- mit dem Urnerland. Seit dem Winter 1960/61 wird die Verbindung auch im Winter möglichst offengehalten. Wegen Lawinengefahr und Lawinenniedergängen musste sie in schneereichen Wintern dennoch immer wieder gesperrt werden.
Besonders lange dauerte die Sperrung im Winter 1968/69: Vom 3. Januar bis zum 3. April blieb die Strasse durchgehend geschlossen. Im Winter 1977/78 verschüttete die Staldenlaui die Klausenstrasse neunmal, die Fruttlaui weitere zweimal.
Eine Gruppe von Menschen begutachtet eine hölzerne Schutzkonstruktion am Rande eines bewachsenen Berghangs. Sie tragen Freizeit- und Outdoor-Kleidung.
Vertreter von Kanton, Gemeinde, Planung und Bau besichtigten die fertiggestellten Lawinenverbauungen. (Bildquelle: Adrian Ringenbach / Kanton Glarus)
Am 4. Mai 1986 stimmte die Glarner Landsgemeinde einem Kredit zur Verbauung der Balm-, Frutt- und Staldenlaui zu. Die Lawinenverbauung am Rietstöckli wurde anschliessend zwischen 1989 und 2003 realisiert.
Dabei entstanden mehr als 4'000 Laufmeter permanente Stützwerke. Dazu gehören Stahlschneebrücken und Schneenetze. Ergänzend wurden Verwehungszäune, weitere Schutzbauten aus Holz und Aufforstungen erstellt. Die heutige Erweiterung ergänzt dieses bestehende Schutzsystem gezielt.
Die neuen Schutzbauten stehen auf Grundstück der Gemeinde Glarus Süd. Ein Dienstbarkeitsvertrag zwischen Gemeinde und Kanton regelt die Nutzung der Flächen und sichert den langfristigen Bestand der Werke.
Quelle der Polizeinachricht: Kanton Glarus – Departement Bau und Umwelt

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