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Gruppe Wolf Schweiz - Mehr Wölfe in der Schweiz auch wegen grosser Hirschpopulation

Der Wolf hat genügend Wildnahrung, darum vermehrt er sich in der Schweiz so gut. (Symbolbild)
Der Wolf hat genügend Wildnahrung, darum vermehrt er sich in der Schweiz so gut. (Symbolbild) (Bildquelle: Peter Hopper (CC BY-NC 2.0))

Die Wolfspopulation der Schweiz wächst, auch dieses Jahr ist die Bildung neuer Rudel absehbar. Für die Grösse der Wolfspopulation ist die Zahl der Beutetiere massgebend.

Die Besiedlungsdichte durch den Menschen hat nur einen geringen Einfluss. Die Wilddichte in der Schweiz ist ausgesprochen hoch. So ist sie im Kanton Graubünden mehr als dreimal so hoch wie im oft zitierten Yellowstone-Nationalpark oder auch wie in Schweden. Daher entwickeln sich in der Schweiz auf völlig natürliche Art und Weise Wolfsdichten, die höher sind als in diesen Gebieten. Denn es gilt: Wer Hirsche sät, wird Wölfe ernten. Wer das Wachstum der Wolfspopulation bremsen will, muss zu einer deutlichen Reduktion der Schalenwilddichten bereit sein.

Wolfsgegner und mitunter sogar Behörden weisen besorgt darauf hin, dass es in Teilen der Schweiz mittlerweile Wolfsdichten gebe, die höher seien als im Yellowstone-Nationalpark in Nordamerika. Doch dieser Vergleich ist völlig verkürzt und ignoriert die für den Wolfsbestand massgebende Grösse: Die Zahl seiner Beutetiere. Eine Analyse zeigt: Die Dichte des Schalenwildes (wildlebende Paarhufer wie Reh, Gämse und Hirsch) ist beispielsweise im Kanton Graubünden dreimal so hoch wie im besagten Yellowstone-Nationalpark und auch wie in Schweden. Diese hohe Wilddichte führt zur existenziellen Bedrohung von mehreren wichtigen heimischen Baumarten im Wald und gefährdet damit die Funktion des Waldes als Schutzwald im Berggebiet und die Widerstandsfähigkeit des Waldes im Klimawandel.

Wie schnell Wolfsbestände wachsen und wie gross sie werden können, wird massgeblich gesteuert durch die Zahl der Beutetiere. Die grossen Wurfgrössen der Wolfsrudel (Wurfgrössen bis neun Welpen) und die hohe Überlebensrate (keine Jungtier -Verluste in einigen Rudeln bis zum Herbst) bezeugen die hervorragenden Lebensbedingungen für den Wolf in der Schweiz. Selbst vermehrte Regulierungsabschüsse werden an dieser biologischen Tatsache kaum etwas ändern können, da der Wolf mit seiner Anpassungsfähigkeit und hohen Reproduktionsrate Verluste rasch ausgleichen kann. Bei derart hohen Wilddichten lässt sich die Raubtierdichte selbst mit intensiver Regulierung daher nur schwer verringern. Die Regulierung des Wolfes wird daher ohne massgebliche Senkung der Schalenwildbestände nicht von Erfolg gekrönt sein. Der Schlüssel zur Steuerung der Wolfsbestände sind nicht Wolfsabschüsse, sondern ist die Regulierung der Schalenwildbestände.