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Kanton Bern - Ablenkung im Strassenverkehr oft der Unfallauslöser

Im Kanton Bern gab es weniger Unfälle im Innerortsbereich.
Im Kanton Bern gab es weniger Unfälle im Innerortsbereich. (Bildquelle: Kantonspolizei Bern)

Die Anzahl der von der Kantonspolizei Bern registrierten Verkehrsunfälle ist im Jahr 2020 weiter zurückgegangen. Das zweite Jahr in Folge waren zudem keine Kinder oder Jugendliche als Todesopfer zu beklagen. Die Anzahl der tödlich verletzten Personen ist jedoch angestiegen. Mehr als die Hälfte der Getöteten oder schwer Verletzten waren Teilnehmende des Langsamverkehrs. Der entsprechende Schwerpunkt wird deshalb auch 2021 beibehalten.

Die Kantonspolizei Bern hat im Jahr 2020 insgesamt 5'199 Verkehrsunfälle rapportiert und verzeichnet damit gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 297 Fällen. Zurückgegangen ist dabei nicht nur die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Sachschaden (-158), sondern auch die Zahl der Unfälle bei denen Personen zu Schaden gekommen sind (-139). Insgesamt 2'864 Personen wurden im Jahr 2020 bei Unfällen auf Berner Strassen verletzt. Dies entspricht einem Rückgang von 239 gegenüber dem Vorjahr. Dabei wurden wie schon im Vorjahr weniger leicht verletzte Personen (-278) verzeichnet.

Nachdem 2019 21 Personen ihr Leben auf dem Berner Strassennetz verloren hatten, was dem tiefsten Wert seit Einführung der aktuellen Verkehrsunfallstatistik im Kanton Bern entsprach, waren es im letzten Jahr wiederum deren 23 (+2). Was dagegen erfreulich bleibt, ist, dass 2020 im Kanton Bern das zweite Jahr in Folge weder Kinder noch Jugendliche bei Verkehrsunfällen getötet wurden.

In der Kategorie des Langsamverkehrs mussten insbesondere bei den Velo- und E-Bike-Lenkenden im Vergleich zum Vorjahr mehr Tote verzeichnet werden. So befinden sich unter den insgesamt 23 verstorbenen Personen vier Fussgänger (+2), vier Velofahrer (+3) sowie vier E-Bike-Lenker (+3). Unter den tödlich Verletzten befinden sich weiter vier Lenkende eines Motorrades (+3) sowie insgesamt sechs Auto- bzw. Motorfahrzeuginsassen (-6). Eine Person ist beim Lenken eines Quads tödlich verunfallt (Kategorie «andere»).

Weniger Unfälle im Innerortsbereich, aber mehr mit Todesfolge

Fast zwei Drittel der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle (3’269) ereigneten sich 2020 im Innerortsbereich (-216). Auf diesen Strassenabschnitten ist die Zahl der schwer verletzten Personen erneut erheblich zurückgegangen (-17), allerdings wurden mehr Personen tödlich verletzt (+3). Rund ein Viertel aller Unfälle ereignete sich im Ausserortsbereich (1250; +17). Weitere 680 Unfälle ereigneten sich auf Autobahnen (-98). Auf Autobahnen (+2) ist wie im Innerortsbereich (+3) trotz der gesunkenen Gesamtzahl der Unfälle eine Zunahme tödlich verletzter Verkehrsteilnehmenden festzustellen.

Wie bereits im Vorjahr hat die Kategorie der Personen im Alter von über 64 Jahren mehr Unfälle verursacht, als jene der 18 bis 24-Jährigen, wobei bei beiden Altersgruppen weniger Unfälle verzeichnet wurden. Bei den im Jahr 2020 insgesamt 911 (-59) registrierten Unfällen mit Beteiligung von Seniorinnen und Senioren, ging meist ein Missachten des Vortritts voraus. Die 856 (-17) Verkehrsunfälle, in die junge Erwachsene involviert waren, waren hauptsächlich auf mangelnde Fahrpraxis oder eine nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.

Häufigste Unfallursache weitgehend unverändert

Über alle registrierten Verkehrsunfälle gesehen, handelte es sich meist um Schleuder- und Selbstunfälle (2'115 oder 40,7%), Auffahrunfälle (886 oder 17%) oder Einbiegeunfälle nach Vortrittswiderhandlungen (598 oder 11,5%).

Innerorts führten 2020 wiederum vor allem Vortrittswiderhandlungen zu Unfällen. Zu den häufigsten Ursachen gehörten innerorts aber auch Fahrfehler wie etwa das zu weit rechts fahren oder Alkoholeinfluss. Im Ausserortsbereich waren vor allem das Nichtanpassen der Geschwindigkeit oder die unsachgemässe Bedienung des Fahrzeugs – so zum Beispiel zu starkes Beschleunigen – den meisten Verkehrsunfällen ursächlich. Auf den Autobahnen wiederum verursachten Verkehrsteilnehmende auch 2020 wie im Vorjahr mehrheitlich aufgrund ungenügenden Abstands, mangelnder Rücksichtnahme beim Fahrstreifenwechsel und wegen momentaner Unaufmerksamkeit die meisten Verkehrsunfälle. Bei den 5'199 polizeilich registrierten Verkehrsunfällen standen Lenkerinnen und Lenker 467 Mal unter Alkoholeinfluss (+35), 71 Mal wurde Drogenkonsum nachgewiesen (+1) und in 41 Fällen waren Personen unter Medikamenteneinfluss unterwegs (-22).

Schwerpunkt Langsamverkehr auch 2021 im Fokus

Auch 2020 zeigte sich, dass bei Unfällen mit Schwerverletzten vor allem Teilnehmende des Langsamverkehrs betroffen sind. Von den insgesamt 2’864 Personen, die bei Verkehrsunfällen auf Berner Strassen verletzt worden sind, handelte es sich in 1’073 Fällen (37,5%) um Fussgänger, Benutzer von fahrzeugähnlichen Geräten, E-Trottinetten und E-Rollern, sowie Velofahrer, E-Bike- oder Motorfahrradlenker. Von insgesamt 528 Schwerverletzten waren 225 (42.6%) mit E-Bikes oder Velos unterwegs. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass es bei diesen Verkehrsteilnehmenden aufgrund des geringen Schutzes rasch zu Verletzungen kommen kann. Zudem dürfte die anhaltende Zunahme dieser Fortbewegungsmittel auch einen Einfluss auf die Unfallzahlen haben.

Der Langsamverkehr bleibt für die Kantonspolizei Bern deshalb auch im Jahr 2021 ein Schwerpunkt. Sie setzt in den kommenden Monaten insbesondere Velo- und E-Bike-Lenkende in den Fokus und sensibilisiert mit gezielten präventiven Aktionen für das sichere und unfallfreie Verhalten im Strassenverkehr. Darüber hinaus werden das partnerschaftliche Miteinander, die Einhaltung der Gesetze auf Berner Strassen sowie die rücksichtsvolle Verkehrsteilnahme aller weiter gefördert. Die präventiven Aktionen werden auch in diesem Jahr durch repressive Kontrollen im gesamten Verkehrsbereich begleitet. Mehr Informationen und die wichtigsten Verhaltensregeln unter www.police.be.ch/alles-im-blick.