Kanton Luzern – Absolutes Feuerverbot im Freien wegen Trockenheit
Redaktion Polizeiticker Schweiz
Der Kanton Luzern verschärft wegen der anhaltenden Trockenheit die Massnahmen. Neu gilt auf dem gesamten Kantonsgebiet ein absolutes Feuerverbot im Freien. Zudem wird die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser und zu besonderer Vorsicht im Wald aufgerufen.
Absolutes Feuerverbot im ganzen Kanton Luzern
Die aussergewöhnliche Trockenheit wirkt sich zunehmend auf Wald, Gewässer und Wasserlebewesen aus. Aufgrund der sehr grossen Waldbrandgefahr erlässt der Kanton Luzern auf dem ganzen Kantonsgebiet inklusive Gewässer ein absolutes Feuerverbot im Freien.
Damit ist neu auch das Entzünden von Feuer in befestigten Feuerstellen sowie in Holzkohlegrills im gesamten Kantonsgebiet verboten. Die Bevölkerung wird zu grösster Vorsicht beim Umgang mit brennbaren Materialien sowie zu einem sorgsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen. Für die Fische ist die Situation teilweise existenzbedrohend.
Höchste Waldbrandgefahrenstufe erreicht
Die anhaltende Trockenheit und Hitze in Kombination mit Wind verschärfen die Waldbrandgefahr weiter. Gleichzeitig ist auch die Situation beim verfügbaren Löschwasser zunehmend angespannt.
In Absprache mit dem Feuerwehrinspektorat der Gebäudeversicherung Luzern und der Umweltschutzpolizei Luzern erlässt der Kanton deshalb die höchstmögliche Waldbrand-Gefahrenstufe und verfügt ein absolutes Feuerverbot im Freien.
Das absolute Feuerverbot umfasst folgende Regelungen:
- Im ganzen Kanton Luzern ist es im Freien verboten, Feuer zu entfachen.
- Das Feuerverbot gilt für sämtliche offiziellen und inoffiziellen Feuerstellen, Feuerschalen, Holzkohle- und Einweggrills sowie Cheminées.
- Es ist verboten, Zigaretten, andere Raucherwaren oder Streichhölzer wegzuwerfen.
- Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern aller Art ist verboten.
- Das Steigenlassen von Himmelslaternen, die durch offenes Feuer angetrieben werden, ist verboten.
- Ausgenommen vom Verbot ist das Grillieren mit Gas- und Elektrogrills.
- Zuwiderhandlungen gegen das Feuerverbot werden polizeilich geahndet. Wer einen Wald- oder Flurbrand verursacht, wird zudem für die daraus entstehenden Kosten der Brandbekämpfung und Wiederherstellung belangt.
Der Kanton ruft die Bevölkerung zusätzlich zu grösster Vorsicht im Umgang mit brennbaren Materialien auf. Informationen zur aktuellen Gefahrenlage und zu den geltenden Massnahmen sind auf den entsprechenden Informationsplattformen des Kantons und auf waldbrandgefahr.ch verfügbar. Die Lage wird laufend neu beurteilt, eine Entspannung ist derzeit jedoch nicht absehbar.
Trockenheit belastet Gewässer und Löschwasserversorgung
Im Kanton Luzern sind die Pegel der Oberflächengewässer sowie die Grundwasserstände ausserordentlich tief und unterschreiten vielerorts die Werte früherer Trockenperioden.
Die sich abzeichnende Wasserknappheit stellt auch die Feuerwehren im Brandfall vor zusätzliche Herausforderungen bei der Brandbekämpfung. Der Kanton bittet die Bevölkerung, die von Gemeinden oder Wasserversorgungen empfohlenen oder angeordneten Massnahmen konsequent umzusetzen und Trinkwasser bewusst und sparsam zu verwenden.
Fische in existenzbedrohender Lage
Aufgrund der tiefen Wasserstände, der hohen Wassertemperaturen und der dadurch sinkenden Sauerstoffkonzentration befinden sich viele Fische und andere Wasserlebewesen in kleineren und mittleren Fliessgewässern in einer existenzbedrohenden Lage.
Die Bevölkerung wird gebeten, Fische in flachen Gewässern möglichst nicht zu stören und auch Hunde von diesen Bereichen fernzuhalten. Der Sommer 2026 dürfte massive Schäden bei der wassergebundenen Lebensgemeinschaft verursachen.
Vorsicht vor herabfallenden Ästen
Auch zahlreiche Bäume leiden unter der anhaltenden Trockenheit. Äste können austrocknen, ihre Stabilität verlieren und unerwartet abbrechen.
Der Kanton empfiehlt deshalb bei Aufenthalten im Wald besondere Vorsicht und weist darauf hin, auf dürre Äste zu achten, die sich spontan lösen können.
Nach wie vor sind flächendeckende, ergiebige und über mehrere Tage anhaltende Niederschläge notwendig, damit sich die Situation nachhaltig entschärft.
Quelle der Nachricht: Kanton Luzern

