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St.Gallen

Kanton St.Gallen - Schwere Gewaltdelikte haben zugenommen

Im Kanton St. Gallen haben schwere Delikte zugenommen.
Im Kanton St. Gallen haben schwere Delikte zugenommen. (Bildquelle: Kapo SG)

Die polizeiliche Kriminalstatistik des Kantons St.Gallen für das Jahr 2020 liegt vor. Die Gesamtkriminalität lag knapp über dem Wert des Vorjahrs. Schwere Gewaltdelikte haben zugenommen. Die deutliche Zunahme von Betrugsfällen ist unter anderem auf Cyberdelikte und Betrügereien in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zurückzuführen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Kriminalstatistik 2020 können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (insbesondere Betrugsfälle, Pornographie und Fahrzeugeinbruchdiebstähle) haben um drei Prozent zugenommen, während Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz leicht abgenommen haben.

  • Die schweren Gewaltdelikte (Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen, schwerer Raub und Vergewaltigungen) haben aufgrund einer Zunahme von schweren Körperverletzungen um insgesamt 12 Prozent zugenommen. Letztere haben sich im Vergleich zum letzten Jahr beinahe verdoppelt, wohingegen dafür Tötungsdelikte und Vergewaltigungen abgenommen haben.

Die Anzahl der Sexualdelikte stieg im Vergleich zum Vorjahr wieder an. Dies ist damit zu erklären, dass die Pornografie-Fälle um fast 50% Prozent zugenommen haben. Diese machen mehr als 90 Prozent der Cyberdelikte aus und haben insofern zum Anstieg der Cyberdelikte beigetragen .

  • Delikte gegen Leib und Leben erhöhten sich um 29 Prozent, jedoch können zwei Tötungsdelikte weniger aufgeführt werden, nämlich neun statt wie beim letzten Mal elf Ereignisse. Bei allen Vorfällen handelte es sich um versuchte Tötungsdelikte, die glücklicherweise keine Todesopfer forderten und allesamt aufgeklärt werden konnten. Ein Fall eines vollendeten Tötungsdelikts auf Stadtgebiet wird in dieser Statistik nicht geführt, da die Ermittlungen durch ein ausserkantonales Korps geführt werden.

  • Bei den Raubüberfällen ist eine Abnahme um 13 Prozent zu verzeichnen.

  • Es gab eine relativ grosse Zunahme von Betrugsfällen um 34 Prozent. Dies lässt sich hauptsächlich auf Cyberdelikte zurückführen (932 von 1'137 Betrugsfällen waren Cyberdelikte). So müssen hierzu auch bereits erste Betrügereien in Zusammenhang mit Covid-19 gezählt werden.

  • Ebenfalls mit der Covid-Situation und der vermehrten Anwesenheit der Personen in ihrem Zuhause dürfte indes der Rückgang von Einbruchdiebstählen um 28 Prozent zu erklären sein. Der vermehrte Aufenthalt in den eigenen vier Wänden und die dadurch entstandene Nähe zu Mitmenschen dürfte sich auf der anderen Seite wiederum auf die Zunahme von Straftaten bei häuslicher Gewalt (19 Prozent) ausgewirkt haben.

  • Beschuldigte Personen im Alter von 15 bis 19 Jahren sowie von 25 bis 39 Jahren sind im vergangenen Jahr als die aktivsten Altersgruppen in Erscheinung getreten. Die männlichen Personen machen dabei die Mehrheit aus.

  • Insgesamt fiel die Aufklärungsquote mit 63 Prozent im Vergleich zu 58 Prozent im Vorjahr leicht besser aus.