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Wachsende Bedrohung durch Online-Radikalisierung

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Nahaufnahme von zwei Personen, die Smartphones in den Händen halten und darauf schauen. Die Bildszene zeigt keine weiteren Details.
Symbolbild (Bildquelle: terimakasih0 (CC0))

Ein neuer Europol-Bericht zeigt: Terrorismus in Europa wird zunehmend unberechenbarer. Online-Radikalisierung, Einzeltäter und junge Tatverdächtige stellen die Sicherheitsbehörden vor wachsende Herausforderungen.

Der aktuelle EU-Terrorismuslage- und Trendbericht (EU TE-SAT) 2026 von Europol zeigt, dass sich die terroristische Bedrohung in Europa zunehmend verändert. Während der dschihadistische Terrorismus weiterhin die grösste Gefahr darstellt, spielen Online-Plattformen bei Radikalisierung, Rekrutierung und Planung von Straftaten eine immer wichtigere Rolle.
Nach Angaben von Europol verbreiten sich extremistische Inhalte heute über soziale Medien, verschlüsselte Messenger-Dienste, Gaming-Plattformen und andere Online-Communities. Dadurch können sich Einzelpersonen zunehmend selbst radikalisieren, ohne direkten Kontakt zu terroristischen Organisationen zu haben.

Dschihadismus bleibt grösste Bedrohung

Im Jahr 2025 wurden in der Europäischen Union 45 Terroranschläge registriert. Davon wurden 22 Anschläge verübt, 20 verhindert und drei scheiterten.
Insgesamt nahmen die Behörden in 21 EU-Mitgliedstaaten 486 Tatverdächtige wegen terroristischer Straftaten fest. Rund 71 Prozent der Festnahmen standen im Zusammenhang mit dschihadistischem Terrorismus.
Von den insgesamt 45 Anschlägen entfielen 24 auf den dschihadistischen Terrorismus. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, weitere 81 wurden verletzt. Zudem wurde ein Mensch bei einem rechtsextremen Anschlag getötet.

Junge Menschen geraten zunehmend in den Fokus

Besondere Sorge bereitet Europol die zunehmende Radikalisierung junger Menschen. Im vergangenen Jahr wurden europaweit 130 Tatverdächtige im Alter von 18 Jahren oder jünger wegen Terrorismusdelikten festgenommen. Der jüngste Beschuldigte war erst zwölf Jahre alt.
Laut dem Bericht übernehmen viele junge Menschen ideologische Inhalte aus unterschiedlichen extremistischen Szenen gleichzeitig. Persönliche Krisen, die Suche nach Anerkennung und die Faszination für Gewalt würden dabei häufig eine grössere Rolle spielen als ein gefestigtes politisches oder religiöses Weltbild.

Online-Radikalisierung verändert die Bedrohung

Europol stellt fest, dass sich die Radikalisierung zunehmend ins Internet verlagert. Terroristische Propaganda verbreitet sich über digitale Plattformen deutlich schneller und erreicht potenzielle Täter unmittelbar.
Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen Terrorismus, organisierter Kriminalität und anderen Formen extremistischer Gewalt. Terroristische Akteure greifen laut Bericht vermehrt auf kriminelle Dienstleistungen wie Geldwäsche, Waffenschmuggel oder verschlüsselte Kommunikationsdienste zurück.
Dadurch entstehen kleinere, unabhängige Tätergruppen oder Einzeltäter, die ohne feste Einbindung in eine Terrororganisation handeln können. Diese Entwicklung erschwert es den Sicherheitsbehörden, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen.

Gewalt dient zunehmend der Identitätsbildung

Nach Einschätzung von Europol werden klassische ideologische Grenzen immer weniger wichtig. Gewalt werde zunehmend genutzt, um innerhalb extremistischer Online-Communities Aufmerksamkeit, Anerkennung und Zugehörigkeit zu erlangen.
Dadurch vermischen sich unterschiedliche extremistische Strömungen mit Verschwörungserzählungen, Frauenfeindlichkeit, Nihilismus und kriminellen Verhaltensweisen. Die Motive der Täter werden dadurch vielfältiger und schwerer vorhersehbar.

Zusammenarbeit bleibt entscheidend

Anna Sjöberg, Leiterin des Europäischen Zentrums für Terrorismusbekämpfung bei Europol, betont, dass der dschihadistische Terrorismus weiterhin die grösste und anhaltendste Bedrohung für Europa darstellt. Gleichzeitig würden sich die Grenzen zwischen verschiedenen Formen des gewalttätigen Extremismus zunehmend auflösen.
Europol sieht deshalb einen engen Informationsaustausch und eine enge Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden als entscheidend an, um neue Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und terroristische Anschläge zu verhindern.
Quelle der Polizeinachricht: Europol

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Ausland

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