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Bern – Polizei und Armee trainieren gemeinsam für den Ernstfall

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Ein Polizist in Uniform und ein Soldat in Tarnkleidung stehen neben einem gepanzerten Militärfahrzeug auf einer Straße und blicken in dieselbe Richtung.
Armeeangehörige trainierten den Schutz wichtiger Infrastrukturen im Kanton Bern. (Bildquelle: Schweizer Armee)

Vom 12. bis 15. September 2026 trainierten im Kanton Bern bis zu 180 Polizisten und rund 1’000 Armeeangehörige den Ernstfall. Bei «FIDES 26» wurden unter anderem Terrorangriffe, Drohnenabwehr und der Schutz kritischer Infrastruktur geübt.

Vom 12. bis 15. September 2026 findet im Kanton Bern zum zweiten Mal die praktische Verbundsübung «FIDES 26» (lateinisch für Vertrauen) statt. Ziel der Übung ist es, die zivil-militärische Zusammenarbeit und die gemeinsame Handlungsfähigkeit in einer ausserordentlichen Lage zu trainieren.
Zwei uniformierte Personen, eine in Tarnkleidung und eine in dunkler Uniform, stehen auf einer beleuchteten Straße bei Nacht.
Polizei und Armee trainierten gemeinsam für ausserordentliche Bedrohungslagen. (Bildquelle: Kantonspolizei Bern)
Am Dienstag, 15. September 2026, präsentierte Regierungsrat Philippe Müller, Sicherheitsdirektor des Kantons Bern, zusammen mit dem Kommandanten der Kantonspolizei Bern, Christian Brenzikofer, und dem Kommandanten der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee, Divisionär Raynald Droz, an einer Medienkonferenz eine erste Bilanz der Übung.
Zwei Polizisten in Uniform stehen im Wald und schauen eine fliegende Drohne an. Der Himmel ist klar und blau, umgeben von hohen Nadelbäumen.
Drohnen-Spezialisten der Kantonspolizei Bern üben die Abwehr einer Drohne. (Bildquelle: Schweizer Armee)

Zusammenarbeit hat sich bewährt – Schwachstellen identifiziert

Nach rund zweijähriger Planung standen während der viertägigen Verbundsübung bis zu rund 180 Mitarbeitende der Kantonspolizei Bern und rund 1’000 Angehörige der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee im Einsatz. In mehreren Übungsmodulen an verschiedenen Standorten im Kanton Bern trainierten sie unter realitätsnahen Bedingungen insbesondere die Führung und Koordination inkl. Abläufen und Schnittstellen, den Schutz kritischer Infrastrukturen sowie den Einsatz spezialisierter Einheiten.
Ein Schweizer Polizeiauto steht auf einer Waldstraße. Zwei Personen in Tarnkleidung sind links und rechts des Fahrzeugs sichtbar.
Training in anspruchsvollem Gelände. (Bildquelle: Schweizer Armee)
Die ersten Erkenntnisse der Übung zeigen, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der Kantonspolizei Bern und der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee unter anspruchsvollen Übungsbedingungen bewährt hat. Die Auftragserteilung, die Koordination der Einsatzkräfte und der Informationsaustausch haben grundsätzlich gut funktioniert.
Vor dem beleuchteten Bundeshaus in Bern steht ein gepanzertes Fahrzeug auf einem nassen Platz. Zwei Personen in Uniform sind sichtbar.
Auch der Schutz des Bundeshauses war Bestandteil von «FIDES 26». (Bildquelle: Kantonspolizei Bern)
Gleichzeitig konnten Schwachstellen identifiziert werden. Diese Erkenntnisse werden nun gemeinsam vertieft analysiert, um die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen und die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Philippe Müller hält fest: «Eine Übung ist besonders wertvoll, wenn sie auch Schwachstellen sichtbar macht: wenn wir erkennen, wo Abläufe verbessert, Schnittstellen geschärft oder gegenseitige Erwartungen noch besser geklärt werden müssen».
Ein Soldat in Tarnuniform schaut durch ein Fernglas, während er vor dem beleuchteten Bundeshaus in Bern steht.
Ein Soldat überwacht während der zivil-militärischen Übung «FIDES 26» vor dem Bundeshaus in Bern die Lage. (Bildquelle: Kantonspolizei Bern)
Über die Ergebnisse der Auswertung wird die Sicherheitsdirektion des Kantons Bern gegen Ende Jahr informieren. Der Kommandant der Kantonspolizei Bern, Christian Brenzikofer, betont mit Blick in die Zukunft und eine mögliche dritte «FIDES»-Übung in ein paar Jahren: «Eine Übung soll nicht nur bestätigen, dass wir alles richtig machen. Sie soll uns zeigen, wo wir noch besser werden können».
Ein Polizist in taktischer Ausrüstung steht im Vordergrund, während im Hintergrund ein SAR-Hubschrauber auf einem grünen Feld gelandet ist.
Polizei-Spezialkräfte trainieren mit Unterstützung eines Armeehelikopters. (Bildquelle: Kantonspolizei Bern)

Realitätsnahes Szenario mit erhöhter Bedrohungslage

Im Zentrum des Übungsszenarios stand eine länger andauernde hybride Bedrohung (Cyber, Desinformation, Terror, etc.) unter wachsender Kriegsgefahr in Europa, in deren Verlauf mehrere fiktive Organisationen verschiedene Anschläge im Kanton Bern verübten. Aufgrund konkreter Hinweise auf weitere Angriffe insbesondere auf kritische Infrastrukturen übernahm die Armee im Auftrag der Kantonspolizei Bern den Schutz der Sendetürme «Bantiger» und «Ulmizberg» sowie der Energiezentrale Forsthaus in Bern. «Der Schutz kritischer Infrastrukturen ist eine gemeinsame Aufgabe. Die Wirksamkeit hängt von klaren Zuständigkeiten, bewährten Schnittstellen und sich ergänzenden Fähigkeiten ab», unterstreicht Divisionär Raynald Droz, Kommandant der Territorialdivision 1 der Schweizer Armee anlässlich der Medienkonferenz.
Mehrere Personen in Schutzanzügen und Gasmasken nehmen an einer Dekontaminationsübung teil. Einer sprüht eine Flüssigkeit aus einem Behälter.
ABC-Spezialisten untersuchen einen Lastwagen mit fiktivem radioaktivem Material. (Bildquelle: Schweizer Armee)
Im Rahmen der verschiedenen Übungsmodule wehrten unter anderem Drohnenspezialisten der Kantonspolizei Bern eine gegnerische Drohne ab und Angehörige der ABC-Abwehr der Schweizer Armee untersuchten einen Lastwagen mit radioaktivem Material. Die Sondereinheit der Kantonspolizei Bern schützte terrestrisch gemeinsam mit Unterstützung aus der Luft durch Armeehelikopter (sog. Topcover) mit Spezialkräften einen Konvoi mit sensiblen Stoffen.
Ein Rettungswagen fährt auf einer kurvigen Landstraße, gefolgt von mehreren Fahrzeugen. Im Hintergrund sind grüne Bäume und ein klarer Himmel zu sehen.
Spezialkräfte übten gemeinsam den Schutz eines Konvois mit sensiblen Stoffen. (Bildquelle: Kantonspolizei Bern)
Ein weiteres Übungsmodul umfasste den gemeinsamen Schutz des Bundeshauses in Bern, welches zentrales Symbol der Schweizer Demokratie darstellt. Dabei ging es insbesondere um das Üben der Zusammenarbeit und auch um ein Signal der Abschreckung gegenüber möglichen kriminellen beziehungsweise feindlichen Organisationen.
Im Fokus stand dabei nicht nur die Erfüllung einzelner Aufträge, sondern insbesondere das Zusammenspiel zwischen den beteiligten Organisationen: von der Planung und Koordination über die Führungsprozesse bis zur Zusammenarbeit der Einsatzkräfte vor Ort.
Quelle der Nachricht: Kanton Bern / Staatskanzlei

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