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Internationale Aktion gegen extremistisches Netzwerk „The Com“

Redaktion Polizeiticker Schweiz

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Eine Person in einem Kapuzenpullover sitzt in einem dunklen Raum vor einem Computer. Der Bildschirm zeigt vertikale Datenzeilen.
Symbolbild (Bildquelle: M. Richter von Pixabay)

Mit einer internationalen Operation hat Europol die Verbreitung extremistischer Inhalte im Internet ins Visier genommen. Mehr als 4.300 URLs mit Bezügen zum Netzwerk „The Com“ wurden an Plattformbetreiber gemeldet. Die Behörde warnt vor einer wachsenden Gefahr für Minderjährige.

Unter der Leitung von Europol haben Ermittlungsbehörden aus neun Ländern im Juni und Juli 2026 eine koordinierte Aktion gegen das extremistische Online-Netzwerk „The Com“ durchgeführt. Ziel war es, die Verbreitung gewaltverherrlichender Inhalte einzudämmen, neue Ermittlungsansätze zu gewinnen und Online-Plattformen für die Gefahr zu sensibilisieren.
Im Rahmen der sogenannten „Referral Action Days“ wurden rund 4.340 Internetadressen (URLs) mit extremistischen Inhalten an Plattformbetreiber gemeldet. Die Aktion wurde von der EU Internet Referral Unit (EU IRU) von Europol gemeinsam mit dem spanischen Zentrum zur Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität (CITCO) koordiniert.

Was ist „The Com“?

„The Com“ (kurz für „The Community“) bezeichnet ein loses Netzwerk extremistischer Online-Gruppen ohne zentrale Führung. Die Gruppierungen vertreten ein menschenverachtendes und nihilistisches Weltbild, bei dem Gewalt häufig Selbstzweck ist. Einzelne Untergruppen verbreiten zudem rechtsextremistische und sogenannte beschleunigerideologische Ansichten mit dem Ziel, gesellschaftliche Strukturen durch Gewalt zu destabilisieren.
Nach Angaben von Europol nutzen die Täter soziale Netzwerke, Messenger-Dienste und Gaming-Plattformen, um insbesondere Kinder und Jugendliche anzusprechen. Opfer werden unter anderem zu Selbstverletzungen, Tierquälerei, Gewalttaten oder der Herstellung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern gedrängt. Häufig würden sie anschliessend durch Erpressung oder sexuelle Erpressung unter Kontrolle gehalten.

Gewaltvideos und gefährliche Anleitungen

Die Ermittler stellten zahlreiche besonders verstörende Inhalte fest.
Dazu gehörten unter anderem Videos und Bilder mit:
  • Selbstverletzungen und Suiziden,
  • Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs,
  • Tierquälerei,
  • schweren Gewalttaten und Brandstiftungen.
Zudem verbreiteten die Gruppen Anleitungen zur Begehung von Straftaten, etwa zu Mord, selbstgebauten Sprengsätzen, Grooming, Doxing oder sogenannten Swatting-Angriffen, bei denen falsche Notrufe einen Polizeigrosseinsatz am Wohnort eines Opfers auslösen.

Europol warnt vor Gefahr für Minderjährige

Laut Europol entwickelt sich „The Com“ zunehmend zu einer weltweiten Bedrohung, wobei Minderjährige sowohl als Opfer als auch als Täter betroffen sind. Besonders problematisch sei, dass Algorithmen sozialer Netzwerke junge Menschen auch ohne gezielte Suche mit extremistischen Inhalten in Kontakt bringen können.
Die Aktion ist Teil des Europol-Projekts COMPASS sowie der EU-Sicherheitsstrategie ProtectEU, die unter anderem die Bekämpfung terroristischer und extremistischer Inhalte im Internet verstärken soll.
An der internationalen Operation beteiligten sich Ermittlungsbehörden aus Belgien, Finnland, Ungarn, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Spanien und Schweden.
Quelle der Polizeinachricht: Europol

Kategorien:

Ausland

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