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Luzern

Kanton Luzern - Mehr Unfälle aber weniger Tote und Verletzte

Weniger Tote auf den Strassen im Kanton Luzern. (Symbolbild)
Weniger Tote auf den Strassen im Kanton Luzern. (Symbolbild) (Bildquelle: Luzerner Polizei)

Im Kanton Luzern wurden im Jahr 2021 zwar mehr Verkehrsunfälle registriert als im Vorjahr, die Anzahl tödlich verunfallter Personen war hingegen rückläufig. Auch im Bereich der Kriminalstatistik wurden weniger Straftaten verzeichnet. Trotzdem war es für die Luzerner Polizei ein intensives Jahr, das nicht zuletzt auch von vielen Ordnungsdiensteinsätzen bei Demonstrationen oder Fussballspielen geprägt war.

Die Luzerner Polizei sorgt im Kanton Luzern rund um die Uhr für Sicherheit und Ordnung. Ein wesentlicher Bestandteil bildet dabei die so genannte sichtbare präventive Präsenz. Im Jahr 2021 wurden gut 75'000 Stunden an präventiver Präsenz geleistet. Dies sind im Vergleich zum Vorjahr (knapp 94'000 Stunden) bedeutend weniger. Damals gab es wegen der Covid-19-Situation weniger Einsätze im Ordnungsdienst oder bei Grossveranstaltungen, zudem waren teilweise Polizeiposten geschlossen und es konnte weniger Aus- und Weiterbildung betrieben werden. Im letzten Jahr hingegen leisteten die Polizistinnen und Polizisten wieder vermehrt Einsätze bei Fussballspielen oder bei Demonstrationen gegen die Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie.

Herausfordernde Einsätze bei Demonstrationen

Gerade die Einsätze bei Demonstrationen waren für die Polizistinnen und Polizisten herausfordernd. Oftmals mussten diese nicht nur eine aufgeheizte und gereizte Stimmung erleben, sie wurden teilweise auch tätlich angegangen, bespuckt und beleidigt. 283 Mitarbeitende der Luzerner Polizei erlebten 2021 Gewalt und Drohung, das ist gegenüber dem Vorjahr (225 betroffene) eine markante Steigerung. 52 Polizistinnen und Polizisten (Vorjahr: 34) wurden dabei verletzt. «Jeder dieser Vorfälle ist für den Betroffenen oder die Betroffene einschneidend und belastend. Die vielen schönen Momente, die im Polizeiberuf bei Hilfeleistungen oder bei Begegnungen mit dankbaren Menschen erlebt werden könne, werten solche Übergriffe nicht auf», sagt Kommandant Adi Achermann.

Verkehrsunfallstatistik: Mehr Unfälle, weniger Tote und Verletzte

Im Kanton Luzern ereigneten sich im Jahr 2021 insgesamt 2196 Verkehrsunfälle (Vorjahr: 2025). Trotz der Zunahme an Unfällen ist erfreulich, dass die Anzahl Todesopfer im Vergleich zum Vorjahr von 13 auf 9 gesunken ist. Auch die Anzahl an Schwerverletzten ist von 230 auf 193 zurückgegangen. War im Vorjahr eine starke Zunahme an Unfällen mit E-Bikes feststellbar, so hat sich diese Zahl 2021 stabilisiert (140; Vorjahr: 147). Zudem gab es auch weniger Unfälle mit Motorrädern (159; Vorjahr: 191). Pius Ludin, Chef der Sicherheits- und Verkehrspolizei, bringt diese Zahlen in einen Zusammenhang mit den generell präventiven und repressiven Kontrollen. «Die Verkehrskontrollen, die jederzeit und überall im Kanton Luzern stattfinden, tragen dazu bei und erhöhen die Verkehrssicherheit», sagt Ludin. Dies zeigt sich auch in der Übertretungsquote bei Geschwindigkeitskontrollen, die auf 3,7 Prozent (Vorjahr: 4,5 Prozent) sank.

Kriminalstatistik: Weniger, dafür komplexere Straffälle

Jeden Tag wurden im Kanton Luzern letztes Jahr im Schnitt knapp 47 Straftaten gemäss Strafgesetzbuch verübt. Die Anzahl an Straftaten war gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig (17‘113; Vorjahr: 17‘610). Die Kriminalpolizei hatte zwei vollendete (Vorjahr: vier) und neun versuchte (Vorjahr: sieben) Tötungsdelikte zu bearbeiten. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt wie schon im Vorjahr bei 100 Prozent. Die Straffälle werden zunehmend komplexer. Es braucht eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit, um die Ermittlungen erfolgreich gestalten zu können. Die Kriminalpolizei hat letztes Jahr die Strukturen angepasst, um komplexe Ermittlungsverfahren besser zu führen oder Kapitalverbrechen aufklären zu können. «Die Ermittlungen dauern oft Wochen bis Monate und sind mit einer Vielzahl von Einvernahmen und der Sicherung und Auswertung von Spurenträgern und sehr hoher Datenmengen verbunden. Oftmals gilt es, die sogenannte Nadel im Heuhaufen zu finden», sagt Jürg Wobmann, Chef der Kriminalpolizei. Die Arbeit in den neuen Strukturen habe sich bewährt, wie Ermittlungserfolge im abgelaufenen Jahr belegen. Zudem wurde 2021 ein Lagezentrum aufgebaut. Das integrierte Lagebild soll künftig sämtliche lagerelevanten, planbaren Ereignisse zeitgesteuert abbilden und die Zusammenarbeit mit anderen Korps erleichtern, um Tatserien zu erkennen und Schwerpunkte zu setzen. Dank des Lagezentrums sollen die operativen Polizeikräfte mit aktuellen Informationen bei der Auftragserfüllung unterstützt werden, zum Beispiel, indem gezielt Schwerpunkte gesetzt werden können.

Quelle: Luzerner Polizei